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Rezensionen

Andreas Izquierdo
5 Rezensionen



Drei Freunde durch schwere Zeiten 28. Juli 2020
Als bei Lovelybooks zu einer Leserunde mit Gewinnspiel zu Andreas Izquierdos neuem Roman aufgerufen wurde, musste ich mich sofort anmelden. Es waren sehr viele Bewerbungen und als ich die Nachricht über meinem Gewinn bekam, habe ich mich sehr darüber gefreut.

Eigentlich hätte ich das Buch (fast) in einem Rutsch durchlesen mögen, aber der Umbau kam mir in die Quere, weil sämtliche Handwerker sehr viel früher Zeit hatten, als geplant. Da konnte ich doch nicht nein sagen.
So blieb das Buch sehr viel länger an meiner Seite und ich bin froh über jede Minute. Die Zeiten, die ich mir stehlen konnte verbrachte ich mit Isi, Carl und Artur.

Mit seinen Worten lässt der Autor die Welt von 1910 in Preußen wieder auferstehen. Thorn, ein Ort stellvertretend für viele andere, in der die Reichen herrschen, schalten und walten, in der Armut, Unterdrückung und Demütigungen an der Tagesordnung stehen.

In diesem rauen Umfeld wachsen die drei Hauptfiguren auf. Isi, eigentlich Louise hat noch zwei Schwestern, ihre Mutter und ihren sehr strengen Vater, der unbedingt gesellschaftlich vom Lehrer zu einer wichtigen Person des öffentlichen Lebens aufsteigen will. Doch Isis rebellischer Geist funkt ihm ständig dazwischen.

Artur, schon mit 14 groß gewachsen und ein geborener Anführer. Sein Ideenreichtum wird nur durch seine Kühnheit übertroffen. Selbst sein Vater, ein Trinker und Schläger hält sich bei ihm aus Angst zurück.

Carl, Sohn eines jüdischen Schneiders, ist sehr zurückhaltend, schüchtern. Neben der Schule arbeitet er mit seinem Vater, der in Erinnerungen an seine verstorbene Frau schwelgt und seinen Sohn über alles liebt.

Anfangs erscheint die Geschichte in jugendlichem Charme und Enthusiasmus. Artur plant diverse Unternehmungen bzw. Streiche, die vor allem Carl häufig aus seiner Wohlfühlzone holen. Isi ist dagegen immer mit Feuereifer dabei. Bei näherer Betrachtung werden auch die groben Mängel in der preußischen Gesellschaft beleuchtet. Da ein Blick hinter die Kulissen der Politik, dort ein vertuschtes Verbrechen an einer jungen Frau. Adelige, die sich die Welt so drehen und wenden, wie es ihnen gefällt.

Doch trotz Armut lassen sich die drei Freunde niemals unterkriegen. Sie stehen immer zueinander, helfen, wo es nur geht und versuchen ihre Träume zu verwirklichen. Als dann der Erste Weltkrieg ausbricht, müssen sie getrennte Wegen gehen. Ohne zu wissen, ob sie sich je wiedersehen werden und welche Opfer sie in diesem unmenschlichen Gemetzel erbringen werden müssen.

In "Schatten der Welt" geht es hauptsächliche um wahre, tiefe Freundschaft. Die gedeiht in mitten einer kalten und scheinbar herzlosen Welt. Geprägt von alten Strukturen und Machtverhältnissen, die von den Regierenden um jeden Preis gehalten werden möchten.

Eine Geschichte, die mich sehr nachdenklich zurück gelassen hat. Aber auch dankbar über die Zeit, in der wir nun Leben, auch wenn ich weiß, dass vieles sich noch verändern muss.

Ich weiß, dass der Autor weiter über Isi, Artur und Carl schreibt. Ich werde geduldig auf das Buch warten, denn die drei gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.

Für Fans von historischen Roman auf jeden Fall eine kräftige Empfehlung.
Extrem spannend 21. Juli 2020
von begine

Der Schriftsteller Andreas Izquierdo hat einen spannenden neuen dynamischen historischen Roman geschaffen.
„Schatten der Welt“ führt uns in die Zeiten 1910 bis zum Ende des 1. Weltkrieg nach Thorn in Westpreussen.

Carl und Artur sind Schulfreunde und 14 Jahre alt. Dann lernen wie Isi kennen und das Dreigespann ist kämpferisch und will nicht arm bleiben.
Carls Vater ist ein jüdischer Schneider, Carl soll die Schneiderei weiterführen, aber dann will er Fotograf werden. Der Vater ist einverstanden. Er ist Alleinerziehender und die beiden sind rührend. Artur lässt sich immer wieder neue Geschäftsideen einfallen und Isi kämpft für das Frauenrecht.
Dann kommt der Krieg und die Jungen werden Soldaten.

Der Autor hat den Personen mit glaubhaften Charakteren versehen. Wie sie erwachsen werden, wie sie kämpfen, das ist besonders grandios. Er versteht es den Leser in die Erlebnisse einzusaugen.
Dieser Roman ist ihm besonders gut gelungen. Ich konnte ihn nicht aus der Hand legen, zu spannend war das Buch, es ist sehr empfehlenswert.

Un-Zertrennlich 21. Juli 2020
Mit „Schatten der Welt“ führt Andreas Izquierdo den Leser nach Thorn in Westpreußen – zurück in das Jahr 1910. Das Cover zeigt einen Jungen, der völlig unbeschwert auf einer Mauer balancierend in der Weite der Landschaft seine glückliche Kindheit genießt. Für mich ist dieser Junge Carl, einer der drei jungen Menschen, von dem die Geschichte erzählt, neben Carl sind das Artur und Isi.

Carl ist ein stiller, zurückhaltender Junge, der allein mit seinem Vater in dessen Schneiderei lebt. Das liebevolle Verhältnis zwischen Vater und Sohn macht der Autor durch seinen einfühlsamen Schreibstil sehr deutlich. So hört sich Carl die Geschichten seines Vaters aus der Zeit vor Carls Geburt geduldig an, egal, wie oft der sie wiederholt – und er hilft dem Vater auch gern bei der Arbeit in der Schneiderei.

Im Gegenteil zu Carl ist sein Freund Artur, mit 14 Jahren ein Jahr älter als Carl, ein ziemlich rauer Geselle. Er ist nicht nur groß und kräftig, sondern er weiß recht früh, dass er sein Dasein nicht als Wagner in der Werkstatt seines Vaters fristen will, der übrigens nicht so liebevoll ist wie der Vater von Carl, sondern zu Hause ein strenges Regiment führt. Artur will mehr aus seinem Leben machen und nicht in den ärmlichen Verhältnissen leben wie seine Familie.

Isi ist ein intelligentes Mädchen, hat allerdings bei ihrem strengen Vater im Gegensatz zu ihren Geschwistern nichts zu lachen. Vielleicht ist sie deswegen vorlaut und frech. Sie lässt sich nämlich nicht einschüchtern und lernt bald, dass man sich wehren muss, wenn man nicht untergehen will. Isi verfügt außerdem über eine gehörige Portion schauspielerisches Talent. Das erfährt Carl auf unliebsame Weise, als sie ihm ein Kleid abluchst, das für eine „Dame der besseren Gesellschaft“ bestimmt war. Nachdem sie sich allerdings in einer anderen Situation noch einmal begegnen, sind die drei jungen Leute nach kurzer Zeit beste Freunde.

Carls Herz schlägt bald für den Beruf des Fotografen, Arturs Herz für Isi.

Es macht unglaublichen Spaß, die Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten. Artur und Isi haben aufgrund der Nachricht, der Komet Halley könne die Menschheit vernichten, ihre erste Geschäftsidee, die sie mit Raffinesse vertreten. Auch wenn das Ganze nicht ganz lupenrein war, ist zu erkennen, dass ein kluger Geschäftsmann in Artur steckt.

Ich mag sehr gern Bücher, die in Ich-Form geschrieben sind. Da gefällt es mir in diesem Buch natürlich besonders gut, dass mein Lieblingsprotagonist Carl der Erzähler ist. Aber auch Isi und Artur sind mir ans Herz gewachsen und ich freue mich nicht nur über ihren Übermut, ihre Schlitzohrigkeit, den unglaublichen Zusammenhalt und ihre anhaltende Freundschaft, sondern auch darauf, wie das Trio auch weiter gemeinsam das Leben gestaltet…

Leider kommt es anders als erwartet, denn der Erste Weltkrieg macht auch vor den Toren Thorns nicht halt. Damit beginnt ein Teil deutscher Geschichte, bei dem ich auf eindrückliche Weise mein Wissen um das Geschehen in dieser Zeit erweitern konnte. Das erlebe ich gern bei so gut recherchierten historischen Romanen wie diesem und anhand von beispielhaften Einzelschicksalen.

Carl und Artur werden eingezogen, müssen getrennte Wege gehen und ihre eigenen Erfahrungen machen mit den Ungerechtigkeiten, dem Machtmissbrauch und den Gräueltaten des Krieges. Isi kann zwar in Thorn bleiben, hat aber hier ihre eigenen Kämpfe zu bestehen. Stark wie immer setzt sie ihre vollen Kräfte für die Rechte der Frauen ein.

Andreas Izquierdo hat mich auch in diesem Teil der Geschichte voll überzeugt, indem er mich mitgenommen hat auf die unterschiedlichen Wege, die die Freunde jeweils allein gehen mussten. Wechselweise und hautnah habe ich spüren können, was Carl, Artur und Isi erlebt haben - und nicht selten fühlte ich mich hilflos, verletzt und entsetzt, denn durch den eindringlichen, emotionalen Schreibstil war ich einfach immer ganz nah dabei. Ganz besonders berührend war für mich die Verbundenheit ihrer Herzen, die die Freunde niemals haben abbrechen lassen – bis zum Schluss!

Ein großartiges emotionsgeladenes Buch, das ich uneingeschränkt und liebend gern empfehle!
über den Schatten springen 03. Juli 2020
Sehr eindringlich beschreibt der Autor die Zeit zwischen 1910 und 1918.
Die drei Jugendlichen gehören zur ärmeren Bevölkerung und wollen unbedingt aus ihrem Umfeld heraus. Clever erarbeiten sie sich mit Phantasie, Mut und Cleverness Freiräume und Chancen, die mit Ende des Krieges zerstört werden aber einen Hauch von Neuanfang vermuten lassen.
Alle drei, der verträumte Carl mit einem liebevollen Vater, der robuste Artur dessen Vater ein Grobian ist und Isi der Vater als Lehrer es eigentlich besser wissen müsste, haben Unmögliches vor sich
In den strengen Regeln des Kaiserreichs hatte die untere Schicht kaum Chancen. Das Großbürgertum konnte Tun und Lassen was es wollte und die Mittelschicht hat zugestimmt.
Der Krieg wird in all seiner Grausamkeit beschrieben, jeder hat andere Eindrücke, Artur an der Front, Carl als Berichtserstatter und Isi zuhause. Alle haben die Verzweiflung gemeinsam.
Vielleicht gibt es einen Neuanfang, diese Hoffnung steht am Ende des Buchs
Wenn ja, dann hoffe ich das der Autor ihn auch schreibt, denn die zwanziger Jahre sind gewaltig genug, um diesen interessanten jungen Menschen wieder alles abzuverlangen und es würde spannend sein, das wieder mit zu verfolgen.
Freunde fürs Leben 19. Juni 2020
„Das ist eine tolle Idee, Carl! Was soll ich tun?“, fragte sie unsicher. Und ich ich sagte nur: „Vergessen, wo du bist. Und an das denken, was du liebst.“ S. 192



Inhalt:

Carl, Arthur und Isi sind beste Freunde, die. Ihren Träumen nachjagen. Sind ihre Möglichkeiten noch so begrenzt, trotzen sie der Welt und ziehen ihr Ding durch. Die drei völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten zeigen, wie man seine Träume leben kann und wie sie sich während des ersten Weltkriegs alleine durchs Leben schlagen.


Cover:

Das Cover - besonders die Farbgebung - gefällt mir sehr gut. Die matten Farben verleihen dem sonnigen Tag eine Leichtigkeit, wobei der Titel auch schwere Zeiten vermuten lässt. Wie Carl auf der Mauer entlangläuft vermittelt das auch ein Gefühl von Leichtigkeit.

Meine persönliche Meinung:

Die drei Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Andreas Izquierdo führt die Figuren nach und nach ein und erzählt deren eigene Geschichte und haucht ihnen mit Witz und Charme und Frechheit Leben ein. Carl, Arthur und Isi lernt man kennen und lieben. Besonders toll ist hier auch der kurze Steckbrief auf der Innenseite des Covers. Mit wenigen Worten werden die drei Jugendlichen beschrieben. Da sie alle so unterschiedliche Typen sind, merkt man am Ende des Buches auch wie wichtig sie füreinander sind. Nicht nur wegen der tiefen Freundschaft, sondern auch für die persönliche Entwicklung. So haben sie alle gegenseitig einen Einfluss aufeinander. Wer weiß, ob Carl seinen Traum von der Fotografie wahrgemacht hätte, wäre nicht der verrückte Arthur und die energische Isi seine Freunde.Dem Autor ist es somit wunderbar gelungen zu zeigen, wie man von seinem Umfeld im positiven Sinn geprägt wird. Zum Inhalt selbst lässt sich sagen, dass sorgfältig recherchiert wurde und sich keine Widersprüchlichkeiten in der historischen Geschichte finden lassen. Das Leben der drei Freunde verläuft in Höhen und Tiefen und als Leser und Leserin lebt man total mit. Man hat zu jeder Figur einen Bezug und fiebert mit, ob ihre Pläne gelingen, sie überleben, wieder zusammenfinden, usw. Emotionen werden transportiert und man taucht beim Lesen wirklich in die Schatten dieser Welt ein. Ein weiteres Highlight im Buch ist der Stadtplan, der das Geschehen noch deutlicher und realistischer macht. Historische Romane sind nicht mein bevorzugtes Genre, aber bei dieser Geschichte stehen die Werte und Ideale und Träume im Vordergrund und die „historische Umgebung“ ist lediglich der Schauplatz, der Einfluss auf das Leben nimmt und die Lebenszeit der Drei durch den Krieg und die damalige Zeit erschwert. Die Geschichte berührt, ist authentisch, lässt einen dem Alltag entfliehen und hallt noch lange nach. Besonders gut gefällt mir aber der Witz und Charme, der in allen Figuren versteckt ist und trotz aller Widrigkeiten immer wieder durchblitzt. Oftmals musste ich laut lachen und würde wirklich gerne mal mit den dreien Pillen zum Weltuntergang oder ähnlichem verkaufen.



Fazit:

Die Geschichte dreier junger Menschen berührt und nimmt einen auf authentische und unerbittliche Weise mit in frühere Zeiten.