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Rezensionen




Ein unglaubliches Verwirrspiel 14. September 2019
Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.

Eigentlich wollte ich selbst einen Klappentext schreiben aber diese Geschichte ist so extrem facettenreich und verwoben, dass ich die Befürchtung habe, irgendetwas zu verraten.
Wenn man diesen Klappentext liest erwartet man definitiv eine andere Geschichte als die, die man bekommt. Zumindest war es bei mir so und ich denke, so wird es den meisten Lesern gehen. Aber genau das ist einer der Punkte die dafür sorgen, dass ich so begeistert von diesem Buch bin.
Die Geschichte beginnt schon völlig mysteriös. Ich weiß nicht, wie viele Seiten ich auf dem Schlauch stand, bis sich langsam ein Muster abgezeichnet hat. Ich war regelrecht verblüfft. Aber mit umso größerem Eifer blieb ich an der Sache dran. Denn ich wollte unbedingt herausfinden, was eigentlich gespielt wird und wie sich Aidens Zeitschleife in den verschiedenen Körpern auswirkt.
Das Buch hat mich regelrecht in seinen Bann geschlagen und mit jeder neuen Information und jedem Hinweis war ich begieriger darauf, mit Aiden den Mörder zu finden.
Ich weiß nicht, wie der Autor es geschafft hat solch ein Buch zu schreiben. Ich habe noch nie ein Buch mit so vielen Ebenen und Facetten gelesen. Es gibt immer wieder so viele kleine Dinge, die enorm wichtig für den Verlauf des Geschehens sind und diese sind durch eine Handlung am nächsten Tage wieder komplett anders. Immer dann, wenn ich dachte, ein Stückchen wäre entwirrt worden und wir kommen dem Ziel näher, taten sich wieder neue Fragen und Rätsel auf, die auf genauso ungewöhnliche und geniale Art gelöst werden wollten.
Ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich bis zum Ende nicht wusste, was als Nächstes passiert und wie die Geschichte endet. Ich wurde bis zur letzten Seite immer wieder überrascht und erneut in die Irre geführt.
Eine grandiose Leistung dieses Autors, der ein wirklich geniales Verwirrspiel erschaffen hat.
Ungewöhnlich - aber lesenswert! 05. September 2019
von Anja
Die Familie Hardcastle empfängt auf ihrem Anwesen Blackheath eine große Gesellschaft zum Ball und zur Jagd. Am Abend, gegen 23 Uhr, stirbt Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses. Und das nicht nur einmal, sondern jeden Tag aufs Neue - acht Tag lang. In einer Endlosschleife wiederholt sich der gesamte Tagesablauf. Ein geheimnisvoll gekleideter Unbekannter erklärt Aiden Bishop was es damit auf sich hat: Aiden soll den Tod von Evelyn Hardcastle aufklären. Wenn ihm das gelingt, kann er die Endlosschleife unterbrechen und Blackheath verlassen. Dazu hat er acht Tage Zeit. Diese wird er allerdings nicht in seiner eigenen Gestalt verbringen. Jeden Morgen erwacht er im Körper eines anderen Gastes und kann so versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Seine Nachforschungen werden durch Gegenspieler erschwert, die ihm nach dem Leben trachten....

Ohne Erklärungen oder anderweitiges Vorgeplänkel befindet man sich sofort mitten im Geschehen - und zwar im Körper eines Mannes, der offenbar sein Gedächtnis verloren hat und obendrein verletzt ist. Man ist zunächst ebenso verwirrt wie der Mann. Und gerade wenn man meint, dass man nun weiß, in wessen Körper man dort, durch die verwendete Ich-Perspektive, steckt, kommt alles noch ganz anders. Denn schon bald stellt sich heraus, dass man selbst eigentlich Aiden Bishop heißt und im ersten Wirt steckt, der einem auf der Suche nach dem Mörder von Evelyn Hardcastle helfen soll. Klingt verwirrend - ist es auch. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an mit hoher Konzentration zu lesen, um ja nicht den roten Faden oder die Übersicht zu verlieren. Das lohnt sich allerdings, da man dann mit einem ungewöhnlichen Krimi belohnt wird, der sich deutlich von der Masse abhebt.

Achtmal der gleiche Tag, allerdings aus acht unterschiedlichen Perspektiven, da man in acht verschiedenen Wirten steckt. Dabei gilt es nicht nur die wechselnden Wirte im Auge zu behalten, sondern auch noch diverse Zeitsprünge. Da alles aber sehr gut kenntlich gemacht wird, gelingt die Zuordnung, wenn man konzentriert liest, mühelos. Die Wirte haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen. Außerdem hat Aiden gut damit zu tun, die eigenen Charakterzüge der Wirte zu zügeln oder für seine Zwecke zu nutzen. Sie alle werden ausführlich in die Handlung eingeführt, wodurch man sie relativ gut einschätzen kann. Dennoch kommen bei den detaillierten Ausführung auch mal ein paar Längen in der Handlung auf. Dadurch, dass man den gleichen Tag immer wieder erlebt, kommt es natürlich auch zu Ereignissen, die man bereits kennt. Dennoch unterscheiden sie sich, wenn auch durch Kleinigkeiten. Doch hier lohnt es sich besonders, diesen Details Aufmerksamkeit zu schenken, da sich nach und nach die ersten Teile des Puzzles zusammenfügen. Bis man das erste Bild erhält, dauert es allerdings ziemlich lange und selbst dann kann man noch nicht sicher sein, dass die Teile an der richtigen Stelle liegen. Dadurch ist dieser Krimi keinesfalls vorhersehbar, sondern sorgt bis zum Ende für Überraschungen.

Ich habe mich beim Lesen dieses ungewöhnlichen Krimis sehr gut unterhalten. Ich gebe allerdings zu, dass ich wusste, dass ich hier von Anfang an konzentriert lesen musste, um die Feinheiten wahrzunehmen und mich nicht zu verzetteln. Deshalb konnte ich die geheimnisvollen und ziemlich ungewöhnlichen Ermittlungen gespannt verfolgen und eigene Vermutungen anstellen. Wobei ich auch da gestehen muss, dass ich nicht sonderlich erfolgreich war und ziemlich daneben lag. Das hat mir allerdings gut gefallen, da die Auflösung auf mich keineswegs vorhersehbar wirkte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier Sternchen und die Empfehlung, sich selbst auf diese ungewöhnliche Kriminalhandlung einzulassen.
Und täglich grüßt Agatha 25. August 2019
Der Krimi wird beworben mit"Agatha Christie trifft Und täglich grüßt das Murmeltier". Das bringt es bereits perfekt auf den Punkt. Unser Protagonist, der sich erst nach einer ganzen Weile dunkel erinnern kann, dass er in Wirklichkeit Aidan heißt, findet sich nach und nach im Körper von acht Wirten wieder, um immer wieder denselben Tag zu durchleben. Es gilt, einen Mord aufzuklären, oder besser noch, ihn zu verhindern. Dabei trifft Aidan auf mysteriöse verkleidete Gegenspieler und andere Figuren, die versuchen, ihm bei der Aufklärung zuvor zu kommen. Denn nur der Rätsellöser wird der Zeitschleife entkommen. Wer Freund und wer Feind ist, fällt schwer zu unterscheiden. Auf den gesamten 600 Seiten weiß der Autor immer wieder zu überraschen, denn hinter dem ursprünglichen Mord verbergen sich immer weitere.

Aidan fällt es zunehmend schwerer, sich an seine ursprüngliche Identität zu klammern. Wie er seine unterschiedlichen Wirte empfindet, ist grandios geschildert. Man kann dem Autor auch gar nicht genug Respekt zollen, dass er bei dem komplizierten Strickmuster des Romans stets den Überblick behält. Als Leser muss man wirklich am Ball bleiben, damit das gleichfalls gelingt, anderenfalls wird es manchmal etwas mühselig. Eigentlich müsste man das Buch an einem Stück lesen oder nach dem Auslesen gleich noch einmal, um alles zu würdigen.

Gelungen ist auch die Schilderung der Atmosphäre des runtergekommenen Landhauses Blackheath, das das Setting bildet. Vor dem Hintergrund der ungewöhnlichen Aufklärung des Zeitschleifen-Rätsels eine gewagte, aber erfolgreiche Kombination.
Britisch interessant 24. August 2019
von begine

Des britische Autors Stuart Turtons Roman „Die sieben Tode der Evelyn Hardcatle“ ist ein typischer englischer Krimi.

Der Autor lässt seinen Protagonisten in einem alten Schloss jeden Tag in einem anderen Körper zu erwachen. Eine eigenartige gruselige Vorstellung.
Die Familie Hardcastle lädt zu einem Maskenball ein. Die Tochter Evelyn erzählt, das das ein Tag des Gedenkens, an den Tod ihres Bruders, ist. Die Personen sind alle verschiedene Charaktere.Es wird von einem Körpern gewechselt. Es wird ausgibt
gemordet
Die Geschichte ist ziemlich verworren, etwas langatmig, aber nicht uninteressant.
Der Roman ist ein tragikomisches Theaterspiel in einer Endlosschleife.
In Großbritannien war dieser Debütroman außerordentlich beliebt.
Für mich war es wie ein Märchen.
war mir zu lang und zu komplex 23. August 2019
Fing ja ganz viel versprechend an, aber dann habe ich mich leider irgendwann verfranzt in der Handlung. Das Buch (und die Handlung) sind schon sehr komplex und man liest oft die Auflösung vor der Frage. Wobei ich das toll fand. Da lösten sich dann später Sachen auf, über die man vorher gerätselt hatte.
Auch die Grundidee des Buches fand ich toll. Dass jemand täglich in einem neuen Körper aufwacht, um einen Mord zu lösen. Sehr schön! Vor allem die Probleme, die das manchmal so mit sich führte, waren toll beschrieben. Allerdings wurde das dann mit der Zeit auch unübersichtlich und hat dazu geführt, dass manche Dinge doppelt vorkamen. So habe ich in der zweiten Hälfte des Buches vieles nur noch überflogen. Die Lösung war dann aber überraschend.
Man hat schon gemerkt, dass das Buch einen britischen Unterton hat, allerdings hat das wenig gestört, wenn man sich einmal eingelesen hatte. Die Ich-Erzählung machte den Lesefluss allerdings teilweise etwas stockend. Besonders als der Ich-Erzähler zwar bleibt, aber andere Körper hat, da muss man dann schon aufpassen, dass man sich nicht verzettelt.
Fazit: ein wenig anstrengender Lesegenuss, der mir persönlich etwas zu langgezogen war. Allerdings eine neue Idee der Handlung und eine überraschende Auflösung
Rätsel auf Blackheath 23. August 2019
Der Ich-Erzähler irrt durch einen dunklen Wald, er hört den Schrei einer Frau und weiß, dass es Anna ist, die Hilfe braucht. Aber mehr weiß er nicht, offensichtlich hat er sein Gedächtnis verloren, er ist benommen, blutet aus einer Stichverletzung am Arm und sucht ein Entkommen aus dem Wald. Da drückt ihm ein geheimnisvoller Mann einen Kompass in die Hand und raunt ihm zu: „Nach Osten“.

So steht er plötzlich vor einem riesigen aber verwahrlostem ein Anwesen aus Georgianischer Zeit und wird sofort als Sebastian Bell angesprochen. Aber auf Blackheath geschehen seltsame Dinge.
Der Erzähler, wir erfahren nach einigen Kapiteln seinen Namen Aiden, erlebt den gleichen Tag in einer Endlosschleife. Aber jeden Tag ist er in einem anderen Körper gefangen. Er kann dem nur entrinnen, wenn er den Mörder der Evelyn Hardcastle benennt, die jeden Abend getötet wird. Doch Aiden erkennt, dass er nicht allein in einem perfiden Spiel gefangen ist.

Genau so ist der Leser gefangen, in einer Geschichte, die sich mit jedem Kapitel komplett dreht. Es gibt keine Gewissheiten und ich habe wirklich bis zum Ende des Romans keinerlei Idee über den Schluss gehabt. Der Autor spielt mit den Stilelementen des klassischen englischen Krimis, wie er mit Agatha Christie oder Dorothy Sayers in Verbindung gebracht wird. Ein Herrenhaus darf dabei nicht fehlen, eine Gästeschar, die sich aus allen Schichten der Gesellschaft zusammensetzt und jeder der Gäste hat mindestens ein dunkles Geheimnis. Dazu kommt noch eine undurchsichtige Dienerschaft.

Gleichzeitig bedient sich der Autor auch bei den Motiven des Viktorianischen Schauerromans. Es gibt einen geheimnisvollen maskierten Mann, Hinweise, die noch in der Zukunft liegen, düstere Ruinen und ein dunkles Familiengeheimnis.

Jeder Tag wiederholt sich und jeder Tag wird aus dem Blickwinkel eines anderen Menschen erlebt, Aiden kann seinen Wirtskörper nur in Teilen mit seinem Charakter beeinflussen, aber jeden Tag findet er ein neues Puzzlestück. Allerdings habe ich manchmal, vor allem in der Mitte des 600 Seiten Romans die Wiederholungen auch mal als Länge wahrgenommen.

Ich finde die Idee zu diesem Buch grandios und ich kann mich nicht erinnern, schon einmal etwas Ähnliches gelesen zu haben. Turton jongliert mit so vielen Handlungsfäden, dass es schon verwunderlich ist, wie glatt und schlüssig sich alles zum Ende fügt.

Schon als ich das Buch aufschlug, war ich angetan. Ein liebevoll gezeichneter Plan des Anwesens und der Umgebung. Die Einladung zum Maskenball war gleichzeitig eine Auflistung aller beteiligten Personen, zusammen mit Plan eine gute Einstiegshilfe.

Eine wirklich intelligente Variation des klassischen „Wer war es“ – Kriminalromans.