Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies, und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.

Rezensionen

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | ... | 1601 | 1602 | 1603 | 1604 | 1605 | 1606 | 1607 | 1608 | >> 



Missing Boy
von Candice Fox
Neues von Ted und Amanda 23. Januar 2020
Candice Fox’ neuester Pageturner setzt die Erfolgsgeschichte von Ted Conkaffey und Amanda Pharrell fort. Das kongenialste und unkonventionellste Privatermittlerduo Australiens such einen achtjährigen Jungen, der aus einem Hotel in Cairns verschwunden ist.

Um völlig zu verstehen, was die beiden so besonders macht, müsste man auch die ersten beiden Bücher (Crimson Lake und Redemption Point) kennen, aber auch in Missing Point werden die Basics erklärt. Amanda saß mehr oder weniger unschuldig im Gefängnis und schottet sich gegenüber ihrer Vergangenheit nun ab indem sie undurchsichtige Sprüche klopft und sich teilweise wie ein Soziopath verhält, wahrscheinlich absichtlich.

Ted ist ein aus Mangel an Beweisen nicht verurteilter Ex-Polizist, dem zu Unrecht vorgeworfen wurde, sich an einem Mädchen vergangen zu haben. Er lebt seit dieser Zeit von Frau und Kind getrennt und versucht dennoch, eine gute Beziehung zu beiden zu haben. Auch Amanda ist auf ihre Art ein “einsamer Wolf” und lebt mit vielen Katzen zusammen.

Ihre Erfahrungen machen die beiden aber auch zu den genialen Köpfen, die sie sind, wenn es um Verbrechen geht. Mit Witz, Beobachtungsgabe und ein wenig Glück meistern sie fast alles zusammen. Thriller mit den beiden sind mentale Ausflüge ins heiße Down-Under die immer gut unterhalten und eine ganz eigene Spannung entwickeln. Und sie zeigen auch immer wieder neue Facetten ihrer Protagonisten.

Auch die Fälle, die Entwicklung der Geschichte, können mit den Charakteren mithalten. Ein sehr empfehlenswerter Thriller, der einem auch vor Augen führt, wie wertlos Vorurteile sind und dass selbst Ted und Amanda davor nicht gefeit sind.
DAS UNERHÖRTE LEBEN DES ALEX WOODS ODER WARUM DAS UNIVERSUM KEINEN PLAN HAT 22. Januar 2020
Axel Woods wird mit 10 Jahren von ein Meteoriten getroffen und leidet als Folge unter Epilepsie. Dadurch kann er lange Zeit nicht zur Schule, weshalb er in seiner Freizeit viele (Sach-) Bücher liest, die nicht unbedingt für Kinder und Jugendliche geschrieben wurden. Wieder zurück im Schulalltag wird er zum Außenseiter. Durch ein Missverständnis schließt er Freundschaft mit dem etwas mürrischen Mr. Peterson.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es handelt von Freundschaft und behandelt dabei auch die Themen Tod/sterben, Selbstbestimmung.

Gut gegen Nordwind 22. Januar 2020
Da der Roman kürzlich verfilmt wurde, wollte ich den Roman nochmals (?) lesen. Zumindest dachte ich, dass ich ihn schon gelesen habe, konnte mich aber auch während der Lektüre nicht mehr daran erinnern. (Falls doch, dann habe ich es offenbar verdrängt)

Ich fand die Geschichte mäßig witzig und zwischendurch sogar ein wenig langweilig. Das ewige Hin und Her der beiden, insbesondere Emmi, ist mir ziemlich auf die Nerven gegangen. Ja, so ein E-mail-Roman war einmal etwas ganz Anderes, aber etwas mehr Handlung und Spannung und Entwicklung der Charaktere hätte ich mir schon erwartet. - oder aber eine überraschende Wendung der Geschichte. So aber ist der Mailverkehr zwischen den beiden während des ganzen Buches nur so dahin geplätschert.

Im Moment lese ich den Folgeroman (Die siebente Welle (?)), und finde ihn etwas besser - das liegt vielleicht auch daran, dass ich mir diesmal nicht allzu viel erwartet habe.

Der Fall Collini
von Ferdinand von Schirach
Mord ohne Motiv? 22. Januar 2020
Zu Beginn scheint alles sehr klar und einfach. Ein Mann gibt sich als Journalist aus, geht in ein Hotelzimmer und tötet einen Mann mir vier Schüssen in den Kopf. Danach ruft er die Polizei und wartet auf seine Festnahme.

Caspar Leinen ist erst seit wenigen Wochen Anwalt und soll den Fall als Pflichtverteidiger übernehmen, ist jedoch in der Zwickmühle als er feststellt, dass es sich bei dem Ermordeten um den Großvater seines besten Freundes handelt, bei dem er den Großteil seiner Ferien verbracht hat.

Collini gesteht den Mord, möchte sich jedoch nicht zu seinem Motiv äußern. Auch nach 6 Monaten Recherche kann die Polizei keine Verbindung zwischen Opfer und Täter herstellen.

Leinen beginnt in der Vergangenheit zu recherchieren und muss plötzlich sein Bild von dem Toten grundlegend ändern.

Das Wolkenschiff
von Vashti Hardy
Steampunk vom Feinsten 22. Januar 2020
Klappentext
Eine gefährliche Expedition in unbekannte Welten
Die mächtige Geografische Gesellschaft hat zu einem Wettlauf ausgerufen: Dem Forscher, der als Erster das noch unentdeckte Südpolaris erreicht, winken Geld, Ruhm und Ehre. Ernest Brightstorm, der Vater der Zwillinge Arthur und Marie, hat sich mit seinem Wolkenschiff auf den Weg zum südlichsten Punkt der Welt gemacht. Gespannt warten die Geschwister auf seine Rückkehr.
Doch dann erreicht sie eine beunruhigende Nachricht: Ernest Brightstorm wird vermisst! Arthur und Marie heuern bei einer Expedition der waghalsigen Forscherin Harriet Culpfeffer an, die ebenfalls mit ihrem Schiff Südpolaris erreichen will. Die Zwillinge hoffen, so eine Spur ihres Vaters zu finden. Werden die Kinder auf ihrer abenteuerlichen Fahrt die Antworten bekommen, auf die sie hoffen?
Meinung
Ein Steampunk Abenteuer vom Feinsten. Jules Verne und Philip Pullman haben es vorgemacht, hier geht es weiter.
Sehr spannende Szenen die einem Leser den Atem rauben wechseln mit ruhigen Abschnitten ab so dass man wieder Luft holen kann.
Die handelnden Personen sind entweder absolut liebenswert, sehr verabscheuungswürdig oder abgrundtief böse.
Dieses Buch ist eine Leseabenteuer das erst endet wenn man es in einem Zug durch gelesen hat. Es wird Kinder in seinen positiven Bann ziehen, so das sie immer wieder nach einem neuen Buch verlangen werden, um dieses Abenteuer noch einmal zu erleben.
Es gibt einige Bücher mit dieser Wirkung und sie sind wichtig für die Entwicklung unserer Kinder, denn was wäre die Welt ohne Lesen.
Vergiss die Vergangenheit. Vergib. Lebe. 22. Januar 2020
von LEXI
Vergiss die Vergangenheit. Vergib. Lebe.

„Wie konnte ein einfacher Seemann je hoffen, die Tochter eines Viscounts zu gewinnen?“

In einer verzweifelten Nacht nahe den Klippen gerät Clara DeLancey in Lebensgefahr. Nach einem fürchterlichen Skandal gilt die hübsche Tochter eines Viscounts als „zweifelhaft“ und wird von der Gesellschaft gemieden. Ein raubeiniger Seemann rettet Clara vor dem Sturz in den sicheren Tod. Der gutaussehende Benjamin Kemsley erwarb sich als Kapitän der britischen Seeflotte bei einem Schiffsunglück den Ruf eines Helden. Doch um die schöne Tochter eines Adeligen zu umwerben fehlen ihm sowohl Titel, als auch das entsprechende Vermögen. Durch Claras Freundschaft mit Bens Schwestern Matilda und Tessa kommt es jedoch zwangsläufig immer wieder zu Begegnungen zwischen den beiden. Dennoch scheint es keine Möglichkeit zu geben, die gesellschaftlichen Hindernisse sowie die strikte Ablehnung seitens Claras Eltern zu überwinden.

Mit „Die zweifelhafte Miss DeLancey“ setzt Carolyn Miller ihre romantische Buchreihe aus der Zeit des Regency fort. Wer bereits in den Genuss der Lektüre von „Die unnahbare Miss Ellison“ und „Die hinreißende Lady Charlotte“ gekommen ist wird sich im vorliegenden Band auf das Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern freuen. Clara DeLancey, die zuvor eine Nebenrolle innehatte, fungiert nun als Protagonistin und versucht, sich von einem folgenschweren Zwischenfall mit ihrer ehemals großen Liebe Graf von Hawkesbury zu erholen. Dem Leser offenbaren sich durch Rückblicke nach und nach Einzelheiten über die damaligen Ereignisse, Klatsch und Vorurteile der adeligen Gesellschaftsschicht brandmarken Clara als Außenseiterin. Mit Ben Kemsley betritt ein außergewöhnlicher Mann den Schauplatz des Geschehens, seine humorvolle und rücksichtsvolle Art und die liebevolle Fürsorge für seine beiden Schwestern zeichnen ihn aus. In Matilda McPherson und Tessa Kemsley findet man zwei höchst unkonventionelle, erfrischende und sehr herzliche Nebenfiguren, die Carolyn Millers Geschichte bereichern und zum Segen für die zurückhaltende und zutiefst verletzte Clara werden. Claras snobistische Mutter Lady Frederika Winpoole hat hochtrabende Pläne für ihre Tochter, während ihr Ehemann Philip Winpoole sich in erster Linie Sorgen um das schwarze Schaf der Familie macht. Claras gewissenloser und niederträchtiger Bruder Richard ist Antagonist dieses Buches, er greift zu drastischen Mitteln, um seinen ausschweifenden Lebenswandel zu finanzieren.

Bereits nach der Lektüre des ersten Buches dieser Regency-Reihe aus der Feder dieser bemerkenswerten Autorin war ich von ihrem wunderschönen Schreibstil, der gewählten Ausdrucksweise und den tiefen Emotionen ihrer Figuren fasziniert. Man spürt den Einfluss von Carolyn Millers Lieblingsschriftstellerin Jane Austen, die ebenfalls das frühe 19. Jahrhundert in England als Schauplatz für ihre Romane wählte. Das gesellschaftliche Leben des Adels, Konventionen und Standesdünkel werden dem Leser vor Augen geführt. Sämtliche Figuren dieses Buches wurden liebevoll charakterisiert, sie wirken ebenso überzeugend wie die Darstellung ihrer Gefühls- und Gedankenwelt. Der Glaube besitzt einen hohen Stellenwert, Vergebung ist das zentrale Thema dieses Buches.

FAZIT: „Die hinreißende Lady Charlotte“ war ein herausragendes Lese-Highlight, das mich ebenso wie die beiden Vorgänger ausgezeichnet unterhalten und meinem Lesegeschmack voll und ganz entsprochen hat. Ich genoss die stimmungsvolle Atmosphäre, die wunderschöne Sprache, die starke Einbindung des Glaubens und die Überzeugungskraft der handelnden Figuren in vollen Zügen. Liebhaber dieses Genres werden sich nur allzu gerne in diesem Buch verlieren und tief in die Ereignisse im Jahre 1815 in England eintauchen. Völlig begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung für dieses großartige Buch.

Eine Einhaltung der Reihenfolge beim Lesen der Regency-Reihe von Carolyn Miller ist zwar aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig, ich würde sie jedoch jedem Leser für das Verständnis um die Vorgeschichte der Familie sehr ans Herz legen.

Das Evangelium der Aale
von Patrik Svensson
Ein Aal wird nie einfach nur ein Aal sein 22. Januar 2020
Unglaublich, was man in diesem Buch über Aale erfährt, es sind erstaunliche Tiere. Ich habe sogar vorsichtshalber mal gegoogelt, ob das auch stimmt, was der Autor Patrick Svensson alles über Aale erzählt, aber tatsächlich!
Erwartungen an poetische Momente werden schon durch das vorangestellte Zitat von Seamus Heaney, dem großen irischen Lyriker und Literaturnobelpreisträger, geweckt. Das wird auch teilweise erfüllt, zum Beispiel bei den Passagen, die er zusammen mit seinem Vater beim Angeln verbrachte. Es ist auch ein Erinnerungsbuch an den Vater.
Aber Patrik Svenssons Sprache ist auch skandinavisch zurückhaltend und mehr durch Faktenwissen und bemerkenswerte Interpretationen geprägt. Dazu gehören auch die Abschnitte mit den Theorien von Aristoteles und viel später die vom jungen Freud.

Patrik Svensson führt einen im Verlaufe des Buches weit in die Welt, bis auf die Mayflower oder in die Blechtrommel von Günter Grass bis hin zu Graham Swifts Wasserland.Ein Feuerwerk an Bezügen aus Philosophie und Literatur.

Das rätselhafte am Aal macht ihn zu etwas besonderen und bewirkt, dass sich Menschen so sehr mit ihnen beschäftigen und dass die Aalfischer ein besonderer Schlaf Mensch sind.
Der Aal als Symbol für unsere komplexen Beziehungen zu allem Leben.

Neues von Jule
von Kathrin Eimler
16 Geschichten - fröhlich, spannend, aufgeweckt 22. Januar 2020
Klappentext:

"Hallo! Hier ist Jule..", begrüßt die 5-Jährige aufgeweckte und lebenslustige Jule ihre Zuhörer am Anfang jeder Geschichte: Anschließend erzählt sie in ihrer ganz persönlichen und kindlich-charmanten Art ihre oft ereignisreichen Erlebnisse. Ob auf dem Flohmarkt, bei einer Robben-Rettungsaktion, beim Schlittenfahren oder Haustier-Sitten - bei Jule ist immer etwas los.

Kurzweilige Geschichten zum Vorlesen für die jüngeren Kinder und zum Selbstlesen für Grundschulkinder.

Cover:

Das Cover passt sehr gut zum Buch. Es zeigt ein fröhliches und aufgewecktes Mädchen. Dabei handelt es sich um Jule. Des weiteren sieht man einen wunderschönen Regenbogen der von Wolke zu Wolke, durch die vorschauende Sonne, geht. Auch viele kleine Blumen sind erkennbar und der Hintergrund ist n gelb-orange gehalten. das Cover wirkt sehr fröhlich und macht gut Laune.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Es lässt sich sehr gut und locker lesen. Die Erzählweise ist altersentsprechend und sehr gut angepasst. Die Sätze sind nicht zu lang und ausschweifend, sondern sehr passend gewählt, möglichst kurz und knackig.

Hierbei handelt es sich um den zweiten Band von Jule. Aber auch ohne den ersten Band zu kennen, kommt man sehr gut in die Geschichten hinein. man kann dieses Buch also auch unabhängig vom ersten Band lesen.

Das Buch beinhaltet 16 wunderschöne Kurzgeschichten, in denen Jule etwas spannendes und interessantes erlebt. Jede Geschichte ist aus der Sicht der 5-Jährigen geschrieben. Da sie den Leser direkt anspricht, fühlt man sich direkt von ihr abgeholt und mit in die Geschichte genommen. Man kann sehr gut die Handlungen und Erlebnisse nachvollziehen, auch passen diese sehr gut zum Alter und so erlebt man authentische Dinge, die Kinder in dem Alter so erleben.

Die Kapitel bzw. Geschichten haben eine angenehme Länge und sind dem Alter angemessen. Der Kapitelanfang ist jeweils sehr gut hervorgehoben durch die Überschrift und ein passendes kleines Symbol zu Beginn. Auch die Überschriften passen sehr gut zu der jeweiligen Geschichte.

Sehr gut haben uns auch die Illustrationen im Buch gefallen, diese schwarz-weiß Bilder lockern die Geschichte auf und veranschaulichen das Gelesene, so dass man sich alles noch besser vorstellen kann.

Man bekommt wundervolle Eindrücke in das Leben der 5-Jährigen Jule. Es ist spannend und interessant erzählt. Jule war mir mit ihrer aufgeweckten und fröhlichen Art sofort sympathisch. Ihre Erzählungen kommen sehr authentisch rüber und man kann ihr sehr gut folgen. Sie erzählt mit sehr viel Liebe und Fröhlichkeit aus ihrem Leben und den Erlebnissen als 5 Jährige und dies kann man sehr gut nachempfinden und nachvollziehen.

Die Geschichten eignen sich sowohl zum Vorlesen, wie auch für die etwas älteren Kinder zum Selbstlesen.

Mir haben diese Geschichten sehr gut gefallen und man bekommt neben den tollen Erlebnissen und Abenteuern auch Werte wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Verantwortung übermittelt.

Fazit:

16 wunderschöne Geschichten aus dem Leben einer 5-jährigen aus ihrer Perspektive fröhlich, aufgeweckt und spannend erzählt.

Doggerland. Tiefer Fall
von Maria Adolfsson
etwas Lahm, aber mit guten Momenten 22. Januar 2020
Mit Tiefer Fall kehrt man zum Doggerland zurück und zur Kriminalkommissarin Karen Eiken Hornby. In der Weihnachtszeit muss sie in einem Mordfall ermitteln.
Die Landschaftsbeschreibungen des fiktuven Doggerland verbreiten wieder einiges an Atmosphäre.
Ansonsten ist der Fall an sich nicht so aufregend. Anfangs fand ich es sogar ziemlich langweilig. Fast lahm! Das wundert mich, wenn ich an die dramatischen Szenen des ersten Teils denke. Später wirs es aber zum Glück noch rasanter.

Das Interessante bleiben die eigenwillige Persönlichkeit von Karen und ihre Beziehungen zu den Menschen, z.B. zu Sigrid, die sie fast wie eine Tochter bei sich aufnimmt. Außerdem wohnt noch der Obdachlose Leo Friis bei ihr, ebenfalls schon bekannt aus dem ersten Teil.
Außerdem kümmert sie sich um ihre Freundin Aylin, die von ihrem gewalttätigen Mann brutal verprügelt wurde und die ihn deswegen mit ihren Kindern verlassen hat. Das sind Passagen, die zu den spannenderen gehören.
Zudem sind die Dialoge durchgängig auf einem guten Niveau.

Maria Adolfsson wird voraussichtlich noch einen dritten Roman folgen lassen, denn Doggerland soll ja eine Trilogie werden. Mittelteile sind dabei ja oft etwas lahmer, also bin ich bei Teil 3 wohl wieder dabei.

Rückkehr nach Birkenau
von Ginette Kolinka
EIne unbedingte Leseempfehlung 22. Januar 2020
Um es gleich vorwegzunehmen - dieses Buch, das gerade rechtzeitig zur 75 Jahre der Befreiung der Konzentrationslager und dem Ende des Zweiten Weltkriegs erschienen ist, ist nichts für Zartbesaitete. Es zeigt den schonungslosen Überlebenskampf im KZ-Alltag des KZs Auschwitz-Birkenau.

Die 19-jährige französische Jüdin wird 1944 gemeinsam mit ihrem Vater, dem Neffen und dem gerade einmal 12-jährigen Bruder Gilbert nach Birkenau deportiert. Ohne es zu wissen oder auch nur zu ahnen, liefert sie ihre männlichen Verwandten der sofortige Ermordung in der Gaskammer aus, weil sie ihnen rät, den bereitstehenden Lastwagen zu besteigen. Noch 70 Jahre später, wird sie sich deswegen Vorwürfe machen.

Die grausame Behandlung, die schwere Arbeit, der ewige Hunger und das Absprechen jeder Menschenwürde lässt die Autorin ihre Leser durch die einfache, schnörkellose Sprache hautnah miterleben. Auch der Übersetzerin gebührt hier großes Lob, denn diese erlittenen Qualen adäquat zu übersetzen, ist eine Meisterleistung.

Nach der Befreiung des KZ Birkenau und der Rückkehr nach Frankreich, findet sie ihre Mutter und die Schwestern wieder. Doch die frühere Vertrautheit will sich nicht mehr einstellen. Ginette kann über ihre Erlebnisse nicht sprechen. In nüchternen Worten erzählt sie, wie hilflos Mutter und Schwestern ihr gegenüber stehen. Wie soll man einem Menschen, der dieses Martyrium überlebt hat, begegnen?

Jahrelang hat sie diese schrecklich Zeit für sich behalten. Selbst ihrem Ehemann, auch ein Überlebender der Shoa, verheimlicht sie ihre Erfahrungen. Doch als Stephen Spielberg für seinen Film „Schindlers Liste“ nach Zeitzeugen sucht, schließt sie sich einer Gruppe Überlebender an. Sie beginnt Führungen für Schulklassen abzuhalten und kehrt nach Birkenau zurück. Das Wiedersehen dieses Orts des Grauens löst keinen Flashback aus. Sie versucht, falsche Überlieferungen zu korrigieren: Die Mär, dass alle die gestreifte Sträflingskleidung tragen mussten, ist so eine. Denn so erzählt sie: „Wir waren es nicht wert, diese gestreifte Sträflingskleidung zu tragen. Für uns mussten Lumpen genügen.“

Auch mit der Ausstellung in Auschwitz geht sie hart ins Gericht: „Ich mag Auschwitz nicht, diese leicht voyeuristische Anhäufung. Ich habe das Gefühl, dass dort alles zum Mitleid bewegen soll. Das hat mich nie beeindruckt.“

Aufwühlend und nicht von der Hand zu weisen, ihr Appell an die Schüler, den sie jedem einzelnen mitgibt:
„Wenn ihr hört, wie Eure Eltern, Verwandten oder Freunde rassistische, antisemitische Äußerungen von sich geben, fragt sie warum. Ihr habt das Recht zu diskutieren, sie von dieser Meinung abzubringen, ihnen zu sagen, dass sie sich täuschen.“

Dem ist wohl wenig entgegen zu setzen.

Fazit:

Ein erschütterndes Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | ... | 1601 | 1602 | 1603 | 1604 | 1605 | 1606 | 1607 | 1608 | >>