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Deutscher Frühling
von Sebastian Thiel
Fesselnd bis zu letzten Seite 26. März 2019
Deutschland im April 1945: Das „Tausendjährige Reich“ liegt nach nur 12 Jahren der Diktatur in Trümmern. Inmitten dieses Schutthaufens treffen zwei völlig unterschiedliche Menschen in Köln aufeinander: der grobschlächtige ehemalige Polizei-Wachtmeister Hadrigan „Hardy“ Schmittgen und die junge Luisa Porovnik, die, dem Elend und der Gewalt in Berlin zu entkommen, nach Köln zu ihren Verwandten geflüchtet ist. Onkel und Tante sind ermordet worden und Hardy hütet deren Wohnung und vor allem die Schnapsvorräte.
Ihre triste Situation ändert sich schlagartig, als die beiden dem Verbindungsoffizier des britischen Militärgouverneurs, Reginald Taylor, das Leben retten. Taylor nimmt das ungleiche Duo in seine Dienste, um einige heikle Aktionen, zu organisieren. So erhalten Hardy und Luisa den Auftrag, den von den Nazis „vor den fremdem Mächten in Sicherheit gebrachten“ „Dreikönigsschrein“ wiederzubeschaffen. Dieser Schrein soll für die Menschen in Köln ein Zeichen des Wiederaufbaus bzw. „des guten Willens“ der westlichen Besatzer sein.

Das Wagnis gelingt und die beiden erhalten Vergünstigungen sowie eine Menge Geld, weitere Coups eingeschlossen. Doch nichts ist, wie es scheint. Das Duo verstrickt sich immer weiter in die Rangeleien um die Vorherrschaft im Nachkriegsdeutschland. So werden sie während der russischen Blockade (Juni 1948- Mai 1949) nach Berlin geschickt, um brisantes Material zu besorgen.

Als Hardy und vor allem Luisa entdecken, dass man ein falsches Spiel mit ihnen treibt, geraten sie in akute Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Wie wir es von Sebastian Thiel gewöhnt sind, entführt er uns mit seinem eindringlichen Schreibstil in die Welt des Nachkriegsdeutschlands. Geschickt verknüpft er Fiktion mit historischen Ereignissen und Personen, die penibel recherchiert sind. So spielt der ehemalige Oberbürgermeister und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Rolle im Hintergrund.
Sehr eindrucksvoll sind die Lebensumstände der Menschen im Chaos nach 1945 beschrieben. Der bildhafte Schreibstil lässt einen den Gestank der Leichen unter den Trümmern und den Staub der Ruinen in die Nase wehen. Viele Bewohner machen die Alliierten für ihr Elend verantwortlich und nicht den Schreihals, dem sie 12 Jahre jubelnd gefolgt sind. Da hinterlässt die Szene, in denen die Amerikaner den Deutschen die Leichenberge aus den Konzentrationslagern zeigen, ein ordentliches Schauergefühl. Viele können diese Massenmorde nicht glauben.

Gut ist dem Autor auch gelungen, die Parallelwelten dieser Zeit einzufangen: da die Hungernden dort die Schmuggler und Schieber, die sich am Elend (wieder einmal) bereichern. Auch die oft zwielichtige Rolle der Alliierten kommt zur Sprache. Besonders als bekannt wird, dass die Teilung Deutschlands eine ausgemachte Sache ist. Nebenbei finden die Geheimdienste von Ost und West eine Spielwiese vor. Nicht immer ist klar, wer für welches Land arbeitet. Die Wölfe im Schafspelz sind überdurchschnittlich vortreten.

Die beiden Charakter Hardy Schmittgen und Luisa Porovnik könnten unterschiedlicher nicht sein. Obwohl es manchmal opportun erscheint, dass Hardy die „Beschützerrolle“ übernimmt, ändert sich das im Laufe der Handlung. Während Hardy
Schmittgen eher mit den Fäusten kämpft, setzt Luisa ihr Köpfchen oder subtilere Methoden ein. Luisa, die mit 14 Jahren ihre Eltern verloren und sich alleine die 600km von Berlin nach Köln durchgekämpft hat, ist der intelligentere Teil des Duos. Sie riecht den Braten früher, doch Hardy hört nicht immer auf sie. Sehr spannend und subtil ist ein feines Knistern zwischen den beiden zu spüren. Doch ob Hardy, der im Bombenhagel seine Ehefrau und seiner Tochter (die jetzt gleich alt wie Luisa wäre) verloren hat, diesem zarten Gefühl nachgibt, bleibt der Fantasie der Leser überlassen. Manchmal erinnert er sich, dass Luisa seine Tochter sein könnte. Luisas Bemerkungen deuten an, dass sie in Hardy nicht nur einen Ersatzvater sieht.

Stellenweise gleicht der Krimi dem Tanz auf dem Vulkan. Mehrmals steht Deutschlands weiteres Schicksal an der Kippe.

Fazit:

Ein sehr realistischer Bild der Nachkriegszeit und dem Tanz auf dem Vulkan, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.
Setting gut, Charaktere naja 26. März 2019
von Ina
Das Cover verspricht mir eine romantische Geschichte in märchenhaftem Ambiente. Die Farben sind gut gewählt, es wirkt harmonisch. Von außen sieht es schon mal top aus.
Leider hat sich der gute Eindruck von außen bei mir nicht gehalten und das lag zum größten Teil an der Protagonistin Sandrine. Eine Frau, wie aus dem Nachmittags-Reality-Fernsehen. Sandrine fährt mit ihren Freundinnen nach Indien. Sie selbst hat keinen Bock sich irgendwas in dem Land anzuschauen, alles Mist, zu heiß zu laut und dann noch die Inder. Sie selbst und auch ich frage mich, was sie dann dort macht. Naja immerhin gibt es tolle Massagen, die sie natürlich sofort zum Höhepunkt bringen. Kein Verwundern, immerhin hat sie eine „normale“ Massage bestellt. Aber gut realistisch sind Erotikromane selten. Dann ihre zwei Freundinnen, die mir auch nicht wirklich sympathischer sind. Immerhin sind sie mehr am Land interessiert. Aber ansonsten benehmen sie sich wie zwei 14jährige, die alles ganz komisch finden. Sandrine hat nun doch was gefunden, was ihr an Indien gefällt. Der Rest des Buches geht um die Befriedigung von Sandrine mit starkem spirituellem Bezug.
Insgesamt ein Buch was sich schnell weg liest, viele Sexhöhepunkte zu bieten hat, dagegen wenig literarische Höhepunkte. Das Setting hat eine Menge zu bieten und die Autorin versucht die Schönheit der indischen ansatzweise auch gut zu beschreiben, aber leider machen es für mich die sehr oberflächlichen Charaktere kaputt. Sprachlich gesehen schwankt es sehr zwischen sehr bildhaften verspielten Beschreibungen „langsam nach und nach zupfte er wie an einer Blume die Blütenblätter“ im nächsten Satz strich er ihr einfach über die M…. Ein wenig anregend, aber nicht mehr. Schade denn mit der Grundgeschichte hätte man wirklich mehr daraus machen können.

Deep Danger
von J. Kenner
Kann eine zweite Chance gut gehen? 26. März 2019
von niknak
Inhalt:
(Klappentext)
Liebe hat immer ihren Preis ...
Noah ist der neue Star der amerikanischen Tech-Branche. Niemand ahnt, dass er hinter der erfolgreichen Fassade eine schmerzhafte Vergangenheit verbirgt. Doch als er seiner großen Liebe Kiki wiederbegegnet, kann er seine Gefühle nicht mehr verstecken. Gefühle, die ihm Angst machen und ihn mit seinem dunkelsten Geheimnis konfrontieren. Wird die Liebe zu Kiki stark genug sein, seine Dämonen zu besiegen?

Mein Kommentar:
Dies ist der dritte Teil der Deep Reihe der Autorin J. Kenner. Obwohl man immer wieder auf alte Bekannte trifft, kann man alle Teile unabhängig voneinander lesen. Es gibt keinerlei Verständnisprobleme, da alle Teile in sich abgeschlossen sind und jeweils ein anderes Paar seine Liebesgeschichte erzählt.

Die Autorin hat einen flotten und lebendigen Schreibstil und die Seiten fliegen einfach nur so dahin. Man ist als Leser sofort mitten im Geschehen und das Buch lässt einen einfach nicht mehr los.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Kiki und Noah erzählt und so lernt man beide Protagonisten sehr gut kennen und erfährt einiges über ihre Gefühlswelt. Diese Art zu schreiben gefällt mir besonders gut, da man beide Hauptprotagonisten gleich kennenlernt und es oft schafft sich in beide hineinzuversetzen. Bei diesem Buch war dies der Fall.

Beide haben eine schwierige Vergangenheit miteinander und als sie nun erneut aufeinander treffen, reißen alte Wunden wieder auf und die Vergangenheit beginnt beide einzuholen.
Kiki hat es geschafft und sich ein neues Leben aufgebaut. Sie ist stark und nimmt allen Mut zusammen und versucht das Beste aus der Situation zu machen. Sie versucht sich nicht unterkriegen zu lassen und will alles daran setzen, dass sie nicht nochmals so verletzt wird.

Noah hingegen hat sich längst aufgegeben. Er lebt nur noch für die Arbeit und das Leben hat eigentlich keinen Sinn mehr für ihn. Er hat keinerlei Freude mehr daran. Dennoch beginnt er aufzublühen, als er Kiki wieder begegnet.

Obwohl sie wissen, dass sie immer noch große Probleme miteinander haben, spürt man das Prickeln und Knistern , wenn die beiden sich begegnen. Die gegenseitige Anziehung ist förmlich greifbar. Ich fand es als Leser sehr schön, wie sich die Liebe der beiden wieder langsam aufbaut und sie beginnen Vertrauen zueinander zu haben.

Doch am Schluss gab es dann eine spannende und überraschende Wendung, welche mir fast ein wenig zu schnell von statten ging. Da die ganze Geschichte und auch die erneute Entwicklung der Liebesbeziehung sehr ausführlich und genau beschrieben wurden, ging es mir am Ende dann doch ein wenig zu schnell. Ich finde, dass die Autorin da ruhig noch ein paar Seiten einbauen hätte können, um so alles stimmiger zu machen. Dennoch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und auch die Emotionen kamen absolut nicht zu kurz. Es gab immer wieder ein Auf und Ab der Gefühle und man wurde auch immer wieder überrascht, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Mein Fazit:
Ein gelungener Abschluss dieser Trilogie und auf alle Fälle lesenswert. Ich fand es eine tolle Reihe mit viel Gefühl und prickelnder E*otik, die den Leser einfach in seinen Bann zieht.

Ganz liebe Grüße,
Niknak