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Mein Herz ist eine Insel
von Anne Sanders
Die Insel ist mein Herz 17. Dezember 2017
Isal kommt nach knapp 10 Jahren wieder nach Hause auf die Insel Bailevar. Sie hat damals ihren Vater, ihre zwei älteren Brüder und ihre Jugendliebe zurück gelassen und es niemals bereut. Aber in ihrer Not sieht sie keinen anderen Weg, als zu ihrer Familie.

Dort angekommen, trifft sie auch unerwarteter Weise Finn wieder. Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit überrollen Isla und vor allem Shona freut sich sehr die junge Frau wieder in die Arme zu schließen.

Shona, die seit jeher gerne die Geschichte der „verschwundenen Insel“ erzählt, die nicht mehr die jüngste ist und auch von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Wie hat es mir gefallen?

Ich lese das Buch im Rahmen der Aktion „Hello Sunshine“ vom Bloggerportal und habe das Buch als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür.

Mit dem Cover und dem Klappentext waren meine Erwartungen auf einen lockeren leichten Liebesroman gelenkt. Bekommen habe ich eine weitaus tiefer gehende Geschichte.

Isla ist eine junge Frau, die an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Sie ist verwirrt und daher zickig. Sie floh von der Insel, die sie als einengend und provinziell empfand. Nun ist sie wieder hier und die Menschen haben sich kaum verändert. Meine Sympathie für sie hielt sich in Grenzen, denn sie strapazierte oft meine Geduld. Ich brauchte eine Zeit lang, um mich mit ihr anzufreunden.

Finn dagegen hat mich sofort für sich eingenommen, vor allem seine freundliche Art und seine Leidenschaft fürs Kochen. Er kann auch mit Islas Gefühlschwankungen umgehen, auch wenn ihn ihr Auftauchen überrascht.
Bereichert wird die Story durch ein paar äußerst charmante Figuren. Allen voran Shona, die das Herz der Insel ist. Ihre Geschichten sind allseits bekannt, wenn auch nicht alle daran glauben, hören sie ihr sehr gerne zu.

Louise, eine knapp 90jährige Frau, die noch täglich im Meer schwimmt und ihren wundervollen „gefakten“ französischen Akzent lebt.

Die Altherrenband, der Postbote/Müllmann und noch einige andere schrullige Figuren.

Diese Insel im rauen schottischen Meer rundet bildet den perfekten Schauplatz, um die Geschichte zu erzählen.

Der Schreibstil der Autorin war anfangs für mich gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht genau festmachen, woran das lag. Es war womöglich ein Zusammenspiel aus einer für mich eher ungewohnten Schreibweise und meiner leichten Abneigung gegenüber Isla. Aber man muss die Hauptfigur nicht unbedingt mögen, um eine Geschichte gut zu finden.

Und ich fand sie gut. Sie war tiefgründiger als erwartet, sie war spannend und voller großer Gefühle, die alle Menschen in sich haben.

Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, über Herkunft, Vergangenheit und Zukunft. Als ich mich voll darauf eingelassen habe, riss sie mich mit.

www.mariessalondulivre.at


Der Fall Kallmann
von Håkan Nesser
Leider kein spannender Krimi, aber ein durchgehend interessanter Roman 17. Dezember 2017
von Anja
Der Lehrer Eugen Kallmann war bei seinen Schülern sehr beliebt. Sein unerwarteter Tod wirft einige Fragen auf. Doch die Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass Kallmann durch einen Unfall ums Leben kam und stellt die Ermittlungen ein. Leon Berger, der Kallmanns Nachfolge im Schwedischunterricht antritt, findet im Schreibtisch seines Vorgängers einige Tagebücher. Er kann der Versuchung nicht widerstehen, sie zu lesen. Der Inhalt gibt ihm jedoch Rätsel auf. Wie viel Wahrheit mag wohl in dem Geschriebenen stecken? Denn Kallmann behauptet dort von sich selbst, dass er die Gabe hat, in den Augen anderer Menschen zu lesen, ob sie irgendwann in ihrem Leben einen Mord begangen haben. Außerdem deutet einiges darauf hin, dass Kallmann einem alten, ungesühnten Verbrechen auf der Spur war. Ist ihm das zum Verhängnis geworden? Und war sein Tod gar kein Unfall? Gemeinsam mit zwei Kollegen versucht Leon Berger das Rätsel zu lösen....

Die Geschichte um den rätselhaften Tod des Lehrers Eugen Kallmann wird aus wechselnden Ich-Perspektiven geschildert. Da die unterschiedlichen Blickwinkel zu Beginn stets mit dem Namen der Person, die gerade ihre Sicht der Dinge beschreibt, kenntlich gemacht werden, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Außerdem kommt es im Verlauf der Handlung zu einigen Zeitsprüngen, doch auch diese kann man leicht einordnen, da die entsprechenden Wechsel mit der Jahreszahl versehen sind.

Durch die unterschiedlichen Ich-Perspektiven erfährt man sehr viel über die einzelnen Akteure. Man bekommt einen genauen Einblick in ihre beruflichen und privaten Hintergründe. Außerdem kann man dadurch ihre Gedanken und Gefühle sehr gut einschätzen. Da es sich um sehr unterschiedliche Charaktere handelt, bekommt man einen guten Gesamtüberblick.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihm hervorragend, die einzelnen Charaktere voneinander abzugrenzen und sie lebendig wirken zu lassen. Man kann sich mühelos in die unterschiedlichen Protagonisten hineinversetzen und dabei beobachten, was sie zur Lösung des Fall Kallmanns beizutragen haben. Der Fall selbst steht dabei aber nicht unbedingt im Zentrum der Handlung, denn man erfährt einiges aus dem privaten und beruflichen Umfeld der jeweiligen Person, das zunächst nichts damit zu tun haben scheint. Dadurch hat man beim Lesen manchmal leider das Gefühl, etwas auf der Stelle zu treten, da die Nebenstränge ziemlich viel Raum einnehmen. Das Geschehen wird zwar durchgehend interessant geschildert, doch echte Ermittlungsarbeit und Spannung sind eher rar gesät. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es sich um einen Roman und nicht um einen Krimi handelt. Wenn man sich das bewusst macht, kann man sich entspannt zurücklehnen und genießen, wie die Handlungsfäden sich langsam miteinander verbinden, am Ende schlüssig zusammenlaufen und sogar noch mit einer Überraschung aufwarten können.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans gut unterhalten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir vom Fall Kallmann eigentlich einen spannenden Kriminalroman erhofft hatte. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht, doch auf dem Buchcover ist ja deutlich zu erkennen, dass es sich um einen Roman handelt. Deshalb bin ich wohl mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Die Handlung selbst wirkte auf mich durchgehend interessant und die Charaktere äußerst lebendig. In meiner Bewertung bin ich hin- und hergerissen. Einem Krimi würde ich an dieser Stelle lediglich wohlwollende drei Bewertungssternchen geben, doch da es ja offensichtlich keiner ist, runde ich großzügig auf und bewerte diesen Roman mit vier von fünf Sternen.

Die schöne Insel
von Tereza Vanek
Die geschichte Taiwans 17. Dezember 2017
Tereza Vanek wendet sich in diesem Roman wieder China zu.
Diesmal führt der Weg sogar von Shanghai bis nach Taiwan 1900, das damals auch Formosa genannt wurde. Neuland für wohl die meisten Leser.

Geniestreich der Autorin ist es, mit der Protagonistin Anastasia eine gewissermaßen neutrale Figur zu schaffen, deren Sicht auf die Zustände unvorgenommen sind und deswegen wirken die Themen unmittelbar auf den Leser.
Anastasia (kurz Ana) ist Russin, lebte jedoch schon seit ihrer Kindheit in China. Nach dem Tod ihres Vaters ist sie auf sich selbst gestellt. Eine für sie arrangierte Heirat lehnt sie ab. Sie wächst in ihre Rolle als selbstbewusste, eigenständige Frau hinein und kümmert sich sogar um die junge Chinesin Clio.
In Taiwan arbeiten sie zusammen für die Missionaren als Lehrerinnen.
Die Ereignisse der Zeit sind brisant, In Taiwan sind nach dem chinesisch-japanischen Krieg 1895 die japanischen Besetzer die Machthaber.
Von den Ureinwohner Taiwans rebellieren viele gegen die Unterdrückung.

Manche Nebenfiguren werden bewusst nicht tiefergehend portraitiert, etwa der deutsche Geschäftsmann Felix Hoffmann oder der Missionar George Mackay. Entscheidend ist wiederum, wie Ana sie wahrnimmt. Trotzdem sind es interessante Persönlichkeiten.
Das gilt erst recht für den Taiwaneser Difang, mit dem Ana sich mehrfach mit Sympathie auseinanderer setzt.

Das aufregende am Roman ist gerade der Kampf der Kulturen. Chinesen untereinander, gegen die Japaner, die Rolle der Europäer und christliche Missionare.

Tereza Vanek beweist auch in diesem historischen Roman, dass es möglich ist, anspruchsvolle Stoffe auf gut lesbare Art zu schreiben.