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Hardcover

Joe Hammond

Eine kurze Geschichte vom Fallen

Was ich beim Sterben über das Leben lernte
HarperCollins Hamburg 2020
Übersetzt von: Ulrike Wasel; Klaus Timmermann
256 Seiten; 209 mm x 134 mm
Auflage: 1. Auflage
ISBN: 978-3-95967-485-0


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Ebenfalls verfügbar als:
20.60 EUR
(inkl. USt.)
 
Langtext
"Wenn ich nur aufhören könnte umzufallen, wäre dieses Buch lustiger."

Joe Hammond fällt einfach hin.
Zum ersten Mal passiert es, als er seinen kleinen Sohn zur Schule bringt und merkt: Sein Körper macht auf einmal Dinge, die er nicht mehr steuern kann. Nach einem halben Jahr Ungewissheit und einer Odyssee der Arztbesuche bekommt Joe Hammond die Diagnose: Er leidet an der Motoneuron-Krankheit - eine zum Tode führende Erkrankung des motorischen Nervensystems.
Und er weiß: Er hat nicht mehr viel Zeit, er wird die Kontrolle über seinen Körper, er wird sein Leben verlieren. Und die Menschen, die er am meisten liebt, verlieren ihn.
Vom anfänglichen Stolpern bis zur fortgeschrittenen Bewegungsunfähigkeit nimmt uns Joe Hammond mit auf seine letzte Reise: Taumeln, hinfallen, auseinanderfallen. Mit tieftraurigem Humor beschreibt er, wie es ist, sich der eigenen Vergänglichkeit so radikal bewusst zu werden und dabei das Leben zu lieben wie nie zuvor.

"In einer Schublade hüten meine Frau Gill und ich einen alten Schuhkarton. In dem Karton sind 33 Geburtstagskarten für unsere Söhne: eine für jedes Jahr bis zu ihrem 21. Geburtstag. Seit Ende 2017 lebe - und sterbe - ich an der Motoneuron-Krankheit. Deswegen habe ich die Karten geschrieben."

"Dies ist ein Buch über das Abschiednehmen. Abschied von meinem Körper, der mich von einer plötzlichen Unbeholfenheit bis in einen raumschiffähnlichen Rollstuhl führen wird. Abschied von dieser Welt, in der ich immer weniger eine Rolle spiele und stattdessen auf ein mir unbekanntes Terrain zutreibe. Abschied von Gill, meiner Frau. Und Abschied von Tom und Jimmy, meinen beiden Söhnen."

"'Eine kurze Geschichte vom Fallen' handelt von der Traurigkeit (und der Wut und der Angst), aber auch von den schönen Momenten, von Liebe und Vatersein. Und davon, wie ich die letzten Momente mit meinem Körper erlebe, in der Gegenwart von Menschen, die mir das Wichtigste sind. Davon, wie es sich anfühlt, wenn man weiß, dass ich für meine Familie bald als Erinnerung weiterlebe. Auf vielerlei Weise ist das die erstaunlichste Zeit meines Lebens gewesen."

Hammond, Joe
JOE HAMMOND war Autor und Dramatiker. Sein Stück »Where the Mangrove Grows« - ein Stück über Kindesvernachlässigung - wurde 2012 in London uraufgeführt. Ende 2017 erhielt Joe Hammond die Diagnose, an der Motoneuron-Krankheit zu leiden, an der er im November 2019 starb. »Eine kurze Geschichte vom Fallen« ist Gill, seiner Frau, und ihren gemeinsamen Söhnen Tom und Jimmy gewidmet.


Sehr berührend 18. Februar 2020
Mich hat dieses Buch vollkommen eingenommen und berührt.
Vorallem als wir mitbekommen wie Joe merkt, dass sein Körper nicht mehr so macht wie er will. Seine Gedanken dabei konnte ich total nachvollziehen, da mein Körper auch oft nicht so funktioniert wie ich mir dass vorstelle.
Doch aufgrund seines (oft schwarzen) Humors kann man immer mal wieder durchatmen.
Trotzdem ist dieses Buch wirklich gefühlsmäßig eine Achterbahn. Ich musst einige Tränen vergießen aber auch schallend lachen. Das fand ich richtig gut weil es autentisch zeigt wie es ist mit einer Krankheit zu leben.

Auch der Schreibtil von Hammond macht es einem sehr angenehm das Buch zu lesen. Mal beschreibt er trocken seine lage, mal schreibt es schon fast poetisch.

Insgesamt hat mir das Buch sehr viel geben können. Ich muss auch jetzt nach dem Lesen oft daran denken.
Eine absolute Empfehlung, für alle die sich an Bücher zum Thema Krankheit und Sterben ran trauen!
Chapeau Joe Hammond 10. Februar 2020
von Nele
Mit "Eine kurze Geschichte vom Fallen-Was ich beim Sterben über das Leben lernte" nimmt der Autor den Leser mit auf seine letzte bewegende Reise im Leben.

Joe Hammond bekommt nach einer halbjährigen Odysse von Arzt zu Arzt die niederschmetternde Diagnose Motoneuron- Krankheit, eine neurologische und tödlich verlaufende Erkrankung des motorischen Nervensystems.
Es beginnt erst scheinbar harmlos, er stürzt als er seinen Sohn in die Schule bringt, als sich solche Situationen häufen, dauert es nich eine ganze Weile bis er die Diagnose bekommt. Von da an ändert sich sein Blickwinkel auf das, insbesondere auf sein Leben.

Viele Einschränkungen und Verluste seiner Selbstständigkeit muss der Autor im Laufe seiner Erkrankung, in doch sehr schneller Zeit aushalten, ertragen und doch damit weiterleben. In seiner Geschichte lässt er den Leser teilhaben an seinen Ängsten, seinen Gedanken, den unterschiedlichsten Stationen seiner eigenen Trauer- aber auch an seinem teilweise sehr schwarzen Humor, an seiner Liebe zum Leben und zu seiner Familie. Eine Familie, in der eine Frau ihren Mann und zwei Jungen ihren Vater verlieren werden. Der jüngere nch so klein, dass er sich wahrscheinlich nicht bewusst an seinen Vater erinnern können wird.
Die Rückblenden in seine Kindheit und sein Leben bis zur Diagnose zeigen warum Joe Hammond eine solche Stärke entwickeln konnte.

Dieses Buch ist eine Hommage an das Leben, gerade trotz der Trauer und Verzweiflung die auch in diesem Buch zu lesen sind.

Die letzte Reise von Joe Hammond ist äußerst lebensbejahend und macht ließ mich ehrfürchtig zurück.

Betroffenheit 02. Februar 2020
Meine Erwartung an das Buch war auf Grund der Inhaltsangabe sehr hoch - eine Geschichte von Joe Hammond und seinem Fall(en). Er leidet an der Motoneuron-Krankheit – einer Erkrankung des motorischen Nervensystems, die bis zum Tod führt. Man erfährt viel über den Anfängen bis hin zur eigentlichen Diagnose der Krankheit - das ganze ist teilweise etwas mit Humor geschrieben - traurigem Humor. Auch die ersten Seiten machen beim Lesen sehr betroffen und die Aufmerksamkeit des Lesers hängt an den Wörtern.
Später im Buch war es nicht mehr so einfach, der Erzählung zu folgen, denn meiner Meinung nach ging der rote Faden verloren. Es wurde oft aus der Vergangenheit erzählt, dann wieder von der eigentlichen Erkrankung. Und dann leider sehr oft in Metaphern, die es für mich sehr schwierig gemacht haben, die eigentlich Botschaft bzw. dass, was der Autor sagen will, zu erkennen.
Besonders im letzten Teil sind die offenen Worte, die gefunden wurden, sehr bewundernswert.

Kein Buch für Zwischendurch, denn auf der einen Seite ist es ein bedrückendes Thema, was einem mitnimmt und auf der anderen Seite ist der Schreibstil im Verlauf des Buches nicht sehr einfach zu verstehen. Alles in allem aber ein Buch, was ich weiterempfehlen kann.


Das einfach gestaltete Buchcover passt sehr gut dazu.