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Am Beispiel des Affen
von Amitava Kumar
Über Versuch und Scheitern... 18. Februar 2019
Ich habe es wirklich versucht - bis zum Schluss - des Buches:
- versucht zu verstehen, worum es dem Autor in seinem Roman geht, wenn er uns mit seinen autobiographischen Ausführungen "behelligt"
- versucht, in die Sprache des Erzählens und ihren Stilmitteln hineinzufinden (imaginärer Richter...)
-versucht, Gefallen zu finden an einzelnen Episoden der Erzählung...
Aber es ist mir nicht gelungen!

Am Beispiel des Affen
von Amitava Kumar
Zwischen zwei Kulturen... 17. Februar 2019
Amitava Kumar erzählt die Geschichte von Kailash, einem jungen Inder, der in die USA auswandert, um zu studieren – Literatur, das Leben und vor allem Frauen.

Es ist kein chronologisch erzählter Roman, sondern eine bunte Mischung aus Texten, Bildern, Erinnerungen, Zeitungsausschnitten, Tagebucheintragungen und Anekdoten. Außerdem neigt der Autor dazu, sehr ausschweifend zu erzählen, er kommt wirklich vom Hundertsten ins Tausendste – so erfährt man einiges über Indiens Geschichte, Politik oder Literatur und natürlich auch über die verschiedenen Lieben von Kailash.

Aber was als Plauderei bei einem Glas Wein amüsant und informativ wäre, ist in einem Buch manchmal recht langatmig. Zahlreiche Fußnoten und Nebenbemerkungen mögen ja durchaus aufschlussreich sein, stören den Lesefluss aber ungemein und ich gestehe, dass die Erzählung mich nicht wirklich fesseln konnte, folglich waren manche Passagen für mich recht mühsam. Und das obwohl der Stil angenehm nüchtern, intelligent und teilweise amüsant-ironisch ist.

Beeindruckend hingegen fand ich die subtile Darstellung der inneren Heimatlosigkeit – Kailash ist nicht mehr in Indien zu Hause und in den USA auch noch nicht. Im Epilog wird auch deutlich, dass der Autor dieses Gefühl selbst nach Jahrzehnten noch so erlebt. Der Originaltitel lautet nicht umsonst „Immigrant, Montana“.


Liebes Kind
von Romy Hausmann
Grandios! Außergewöhnlicher Plot. Einfach nur toll! 17. Februar 2019
Kurz zum Inhalt:
Die 23jährige Studentin Lena Beck verschwindet eines Abends spurlos nach einer Party. Ihr Vater Matthias setzt alles daran, seine Tochter wiederzufinden. Er wendet sich sogar an die Medien. Doch Lena bleibt verschwunden.
Lena erwacht in einer Hütte im Wald. Die Hütte selbst und alle Fenster sind mit Holzplatten verschlossen. Sie hat plötzlich zwei Kinder, die 13jährige Hannah und den 11jährigen Jonathan, und einen Mann, der sich um die Familie kümmert und sie vor den Gefahren draußen beschützt. Die Tagesabläufe sind streng geregelt - wehe, sie hält sich nicht daran!
Doch eines Tages gelingt ihr die Flucht...


Meine Meinung:
"Liebes Kind" ist das Thrillerdebüt der Autorin Romy Hausmann. Bisher habe ich noch keinen Roman von ihr gelesen, aber dieser Thriller hat mich mehr als überrascht. Die Geschichte ist außergewöhnlich, innovativ, mitreißend und fesselnd. Man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte beginnt mit einem Zeitungsauschnitt, in dem von der plötzlich verschwundenen 23jährigen Lena Beck berichtet wird. Und dann erfährt man von Lena, die plötzlich in einer verschlossenen Hütte aufwacht. Und zwei Kinder hat. Und einen Mann...
Die Beschreibungen der Tagesabläufe in der Hütte sind einfach emotional mitreißend. Es ist unvorstellbar, nur zu vier festen Zeiten auf die Toilette gehen zu dürfen. Und wehe, man hält sich nicht an alle Regeln! Das ist ein unglaubliches Ausmaß an psychischer und physischer Gewalt.
Und Lenas Vater Matthias gibt die Suche nach seiner Tochter nicht auf.
Die psychischen Auswirkungen einer jahrelangen Gefangenschaft und die starke Bezugsperson und das Oberhaupt - der Vater - auf die Kinder ist hervorragend und authentisch dargestellt. So wie sich Hannah verhält, hätte ich sie viel jünger als 13 geschätzt.
Und die Autorin schafft es auch ganz toll, einen in die Irre zu führen. Ich brauchte länger, bis ich die Zusammenhänge begriffen habe. Und auf den Täter wäre ich auch nicht gekommen!

"Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken.
Und durch die Worte "Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott." kommt einem das Gruseln. Man muss einfach mit Lena mitfiebern und nach und nach wird die ganze Geschichte aufgedeckt. Unglaublich toll!
Ich bin schon sehr auf die Verfilmung gespannt, und wie dabei alles umgesetzt wird!

Das minimalistische Cover zeigt nebst Titel und Autorin bloß die Hütte in schwarzen Strichen auf weißem Hintergrund. Das ist aussagekräftig genug, und diese Zurückhaltung im Design gefällt mir sehr gut und passt perfekt.


Fazit:
So einen außergewöhnlichen Plot habe ich noch nie gelesen. "Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken; mehr gibt es nicht zu sagen. Leider kann man nicht mehr als 5 Sterne vergeben, ich hätte es gerne getan. Meine Bewertung somit: 5 Sterne Plus!!