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Erwin Kräutler; Josef Bruckmoser

Habt Mut!

Jetzt die Welt und die Kirche verändern. In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser
Hardcover
Tyrolia 2016
144 Seiten; 213 mm x 130 mm
Auflage: 2. Aufl.
ISBN: 978-3-7022-3508-6


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Ebenfalls verfügbar als:
14.95 EUR
(inkl. USt.)
 
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Langtext
Sich mutig den neuen Zeiten stellen

Ein aufrüttelnder Apell des Amazonasbischofs

Es liegt mittlerweile auf der Hand: Die Welt hat sich verändert, alte "Ordnungen" und "Sicherheiten" wanken und Europa muss sich neu orientieren. Aber wohin? Amazonasbischof Erwin Kräutler benennt sieben Kategorien für ein Leben, das vor dem eigenen Gewissen und vor der Mitwelt bestehen kann:

1.Liebe die Menschen

2.Schau bei den Armen nicht weg

3.Achte die Schöpfung

4.Suche den Frieden

5.Führe auf Augenhöhe

6.Hab Mut zu Veränderungen

7.Es gibt nur eine Welt - nimm deine Verantwortung wahr

In seinem Plädoyer stützt sich Erwin Kräutler auf die Bibel, auf seine 50-jährige Erfahrung als Seelsorger und Bischof in Amazonien und auf Papst Franziskus. Es überrascht nicht, dass der Bischof vom Xingu und der Papst aus Buenos Aires in vielen Akzentsetzungen übereinstimmen. Umso mehr aber überzeugt, wie punktgenau die beiden Kirchenmänner aus dem Süden die Herausforderungen benennen, vor denen die Europäer und mit ihnen die europäischen Christen stehen.

Tipps:

Ein Plädoyer für Veränderung

Vom Ehrenpreisträger des österreichischen Buchhandels 2014


Mutik Kirche gestalten 23. Oktober 2016
von Helu
Es ist ein breites Feld an Themen, das der inzwischen emeritierte Bischof von Xingu in dem Büchlein behandelt. Von Schwangerschaftsabbrüchen und Ehenichtigkeit, über das Priesterbild, die Option für die Armen bis hin zu Leitungsaufgaben in Pfarreien.

Drei Komponenten finden sich in allen Kapiteln wieder: ein eigener Zugang, der vor allem von den Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Bischof geprägt und bestimmt ist. Eine Anknüpfung an Aussagen und Taten des gegenwärtigen Bischofs von Rom, Papst Franziskus. Und schließlich runden kurze Bibelstellen und Gedanken Kräutlers dazu die Themen ab.

Zwei Blickrichtungen sind dominant. Zum einen biographische Erlebnisse und Bezüge, die durch die Verortung im Amazonas-Gebiet besonders spannend und facettenreich erscheinen. Zugleich gewinnen die Ausführungen dadurch an Brisanz, da die politischen Umstände derart sind, dass Kräutler auch von der Ermordung ihm wichtiger Wegbegleiter und Mitstreiter zu berichten weiß. Zum zweiten fällt die durchgängige Bezugnahme auf Papst Franziskus auf. Es entsteht der Eindruck, als hätte Kräutler in ihm den verbündeten Bruder im Geiste gefunden, den er lange gesucht hätte. Wenn er darüber schreibt, wie Inhalte aus Gesprächen mit dem Papst kurze Zeit später in Enzykliken ihren Niederschlag finden, gewinnt man zudem Einblicke in kirchliche Prozesse und Entscheidungsfindungen.

Es ist also ein sehr persönliches Buch. Das wird nicht zuletzt daran deutlich, dass Kräutler mit seiner Sicht der Dinge nicht zurückhält: Die Mitra als Symbol eines Standesdünkels lehnt er ab, er plädiert für Eucharistie-Vorsteher, die keine Priester sind, und ruft dazu auf, den Katakombenpakt des 2. Vatikanums erneut ins Bewusstsein zu rufen.

Für alle Ausführungen gilt jedoch zugleich: Sie haben die Perspektive eines Klerikers auf die Gläubigen. Auch die Themen bzw. die Kritik Kräutlers sind stark auf das Verhalten der Kirchenleitung und Kirchenführung fixiert. Da er selbst jedoch stets bemüht ist, sich als ein Getaufter und der anderen zu verstehen und jede Form von Klerikalismus ablehnt, handelt es sich dabei wohl um eine Perspektive für die Gläubigen.