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Radek Knapp

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Erzählung
Hardcover
Deuticke im Zsolnay Verlag 2017
128 Seiten; 188 mm x 116 mm
Auflage: 2. Aufl.
ISBN: 978-3-552-06336-5


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Ebenfalls verfügbar als:
16.50 EUR
(inkl. USt.)
 
Besprechung
"Eine Erzählung wider den tierischen Ernst, in einer Sprache geschrieben, die sich locker, süffisant und prall zeigt, gepaart mit Weisheit und Klugheit." Gallus Frei-Tomic, Literaturblatt, 19.07.17

"Ein Migrantenroman in humoristischem Gewand, eine ironische Entwicklungsgeschichte, in der der Protagonist nach einem dramatischen Entwurzelungserlebnis allmählich wieder zu sich selbst findet. ... Eine Erzählung, die ein brisantes Thema - Migration - in ein beschwingtes Stück Entspannungsliteratur verwandelt. So etwas zustande zu bringen, ist eine ganz eigene Kunst." Günter Kaindlstorfer, Ö1 ex libris, 11.06.17

"Was mich an Radek Knapp immer so freut: Er hat einen unglaublich trockenen Witz. ... Ein schmales, liebevolles Buch." Elke Heidenreich, SRF "Literaturclub", 24.05.17

"Ein weiteres, skurriles Wunderwerk dieses genialen Erzählers." Werner Krause, Kleine Zeitung, 26.03.17

"Radek Knapp ist ein Meister der Pointe und des bösen Humors." Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 25.03.17

"Was dem Erzähler im Exil an Erfreulichem, an Widrigkeiten, an Verwunderlichem und auch an eher Unspektakulärem begegnet, schildert Knapp auf humoristische Weise. ... Im Tonfall erinnert Radeks Erzählung an den großen polnischen Satiriker Slawomir Mrozek." Thomas Rothschild, Die Presse, 11.03.17

"Radek Knapp erzählt Walerians Geschichte, wie wir es von ihm kennen: Ironisch, flott und witzig. Dennoch klingt hier ein tief melancholischer Grundton an. ... Eine Migrantenerzählung für Inländer erklärt." Kristina Pfoser, Ö1-Morgenjournal, 20.02.17

"Knapps Spezialität: Die migrantische Schelmengeschichte, liebevoll, gut gelaunt und lakonisch erzählt. ... Klischees entlarvt knapp stets treffsicher mit Ironie. ... Mit 'Der Mann, der Luft zum Frühstück aß' präsentiert sich Knapp einmal mehr als Fachmann für das, was im weitesten Sinn als 'Heimatangelegenheiten' bezeichnet werden kann - für Dagebliebene und Zugezogene. Eine erfrischende, augenzwinkernde Geschichte der Selbstermächtigung." Paula Pfoser, ORF.at, 17.02.17

"Knapp findet eine Sprache, die die zauberhafte Naivität der jungen Jahre und eine (früh-)reife Lakonie zusammenführt, sodass Mut und Humor zugleich sprechen." Friedrich Reip, Galore, Februar 2017

"Was fremd sein bedeutet, weiß Radek Knapp. Dass er mit so viel Humor und Wärme darüber schreiben kann, macht sein kleines Buch groß." Elke Heidenreich

Kurztext / Annotation
Das neue Buch von Radek Knapp, der "immer noch mit diesem fassungslosen Blick eines Heranwachsenden auf die Welt sieht" Elke Heidenreich

Langtext
In seinem einzigartigen Stil erzählt Radek Knapp von der unfreiwilligen Emigration des zwölfjährigen Walerian von Polen nach Wien. Seine Schulkarriere ist kurz und endet mit seinem Hinauswurf. Als ihn seine Mutter ebenfalls auf die Straße setzt, kostet er in seiner neuen Bleibe das Gefühl der Freiheit aus - und die Bekanntschaft mit Schimmelpilz. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und dringt in immer tiefere Schichten des Wiener Lebens vor. Dort stößt er auf wenig Sympathie für Menschen von jenseits der Grenze und lernt einiges über die Grenzen des guten Geschmacks und der Legalität. Irgendwann versteht er, dass "zuhause" überall sein kann - wenn es ihm gelingt, seinen eigenen Weg zu finden.


Ein junger Pole in Wien 15. März 2017
von PFIFF
Walerian wächst bei seinen Großeltern in Polen auf und wird von seiner alleinerziehenden Mutter nach Wien entführt. Dort soll er eine ordentliche Ausbildung absolvieren, was aber für Walerian ein Graus ist. Er schwänzt, fliegt von der Schule und aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Mutter.
Aber er ist flexibel, probiert sich in mehreren Jobs und hat Glück.
Radek Knapp erzählt in seiner gewohnt flapsigen Manier den Werdegang eines jungen Polen in Wien, amüsant und witzig.
Ernsthafte Themen gepaart mit viel Humor - eine Gewinnerkombination! 09. März 2017
von Lizz
"Wer in Halle A zur Welt gekommen und von der eigenen Mutter in Halle B entführt worden ist, für den wird alles zu einem überraschenden und unberechenbaren Abenteuer. Und der einzige, auf den man sich dabei verlassen kann, ist man selbst." (S. 12)

Als Walerian ein Jahr alt ist, gibt seine Mutter ihn bei den Großeltern ab und verschwindet. Als er zwölf ist, taucht sie wieder auf und nimmt ihn ohne Vorwarnung von Polen mit nach Wien, wo sie fortan leben sollen. Der junge Bursche ist gezwungen, sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtzufinden - dabei kann er nicht mal Deutsch.
Wir begleiten ihn bis ins junge Erwachsenenalter auf seinem Lebensweg und bei seinem Versuch, herauszufinden, wo und was Heimat für ihn ist - bis er letztlich ankommt.

Radek Knapp schreibt mit unglaublich viel Ironie und Humor, was den Roman sehr amüsant zu lesen macht - und doch behandelt er sehr ernsthafte und essentielle Themen: Auf was kommt es an im Leben? Welchen Weg soll ich gehen? Was bedeutet Heimat für mich? Diese Kombination aus Witz und ernsthaftem Inhalt ist für mich ein absoluter Gewinner.
Der Roman ist sehr auf die Hauptfigur zentriert und andere Figuren kommen nur am Rande vor. Gerne hätte ich manchmal noch etwas mehr über sie und Walerians Beziehung zu oder Gefühle gegenüber ihnen erfahren, doch finde ich es absolut passend, dass diese nicht in den Vordergrund gerückt werden. Schließlich soll es hier um Walerians Selbstfindung gehen.
Einzig den Buchtitel finde ich nicht ganz geschickt gewählt. Mit "Der Mann, der Luft zum Frühstück aß" assoziiert man doch etwas ganz anderes, als einen dann tatsächlich erwartet. Man erwartet eine ernsthafte Geschichte über den harten Überlebenskampf eines Mannes. Ich hätte mir daher stattdessen einen Titel gewünscht, der auf den ironischen Schreibstil des Autors anspielt - denn dieser ist wirklich ganz besonders.

Ich möchte "Der Mann, der Luft zum Frühstück aß" unbedingt weiterempfehlen - vor allem, wenn man mal Lust hat, herzhaft zu lachen und sich dabei doch Inhalt mit Tiefe wünscht.
Radek Knapp hat hier einen neuen Fan gewonnen und ich werde mir mit Sicherheit auch seine anderen Werke besorgen.
Eine Erzählung voller Sprachwitz 05. März 2017
Radek Kanpp zeigt das Leben eines Jungen, der von Polen nach Wien kam und wie sich sein Leben entwickelte. Wie bei Emigranten-Kindern nicht selten, musste er mit Beschränkungen aufwachsen, z.B. die Defizite in der Sprache.

Der Icherzähler und Protagonist wählt aber seinen eigenen Weg, mit wechselnden Jobs gelingt es ihm ein Leben aufzubauen. Er kann sich beruflich verbessern, eine gute Wohnung finden und baut eine Beziehung zu einer alten Freundin neu auf.
Aber er ist auch froh, nicht den konservativen Weg der Spießer und Blender gegangen zu sein.

Radek Knapp lässt Anekdote auf Anektode folgen. Das ist amüsant zu lesen. Ich kann auch Elke Heidenreichs Aussage auf dem Buch folgen, als sie ?diesen fassungslosen Blick eines Heranwachsenden auf die Welt? nennt.
Immer ist auch die Entwicklung der Hauptfigur zu erkennen. Er spürt auch eine Unrast in sich, die sich in eine Art Stillstand äußert. Einen Richtungswechsel gibt es dann noch einmal für ihn, als er einen Suizidgefährdeten trifft. Ein Schlüsselerlebnis! Er kristalliesiert eine Message heraus, die vielleicht etwas platt daherkommt, aber auch nicht falsch ist.

?Der Mann, der Luft zum Frühstück aß? ist ein vergnügliches und kluges Buch, von dem sich der Leser wünschte, es hätte noch mehr Seiten. Doch immerhin, bei aller kürze, steckt doch viel in der Erzählung!